Abzocke

Abzocke ist ein umgangssprachlicher Begriff um seinen Unmut gegenüber einem Unternehmen kund zu tun.

Im Jahr 2006 entschied das Düsseldorfer Landesgericht für den Angeklagten, der laut Anklage eine einstweilige Verfügung erhalten sollte, da er per eMail andere potentielle Kunden des Internetdienstleisters Euroweb über andere Fälle von unzufriedenen Kunden informierte.

Auch schrieb der Kunde viel in Internetforen und beschwerte sich dort über das Unternehmen und deren Abzocke, wobei sich viele andere unzufriedene Kunden anschlossen.
Das Unternehmen bewirkte per einsweiliger Verfügung die Löschung dieser Themen, bemerkte dann aber den Kunden der per eMail weiter Kontakt mit anderen potentiellen Kunden pflegte und klagte.

Das Unternehmen vermutete sogar eine AKtion eines ihrer Konkurrenten, da der Kunde Informationen zu anderen Unternehmen per eMail mitschickte und dies ist der Vergangenheit schon öfter aufgetreten ist. Der Angeklagte versicherte jedoch in keiner Beziehung zu anderen Unternehmen zu stehen.
Da es hierbei kein Wettbewerbsverhältnis gab, entschied der Richter zu Gunsten des Angeklagten.

"Zur Demokratie gehört ein Diskurs unter den Menschen", erklärte der Richter. Die Formulierungen wie "Abzocke" oder "über den Tisch ziehen" sah er nicht als unwahre Tatsachenbehauptungen, sondern als Unmutsäußerungen, die von dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt sind.

Dennoch kann für Unternehmen ein großer Imageschaden auftreten, sollten solche Behauptungen im Internet kursieren. Im oben beschriebenen Fall wurde einer der Beiträge in einem Forum bei Google ganz oben gelistet sobald man den Namen der Firma angab.
Aus diesem Grunde sollte man immer vorsichtig sein mit dem was man von sich gibt um seine Meinung zu äußern, denn es kann auch den Falschen treffen.

Anders als der Begriff Abzocke, darf der Begriff Betrug nur verwendet werden sobald ein rechtsgültiges Urteil vorliegt.